Es ist wiedermal so weit, ein Sechs-Monats-Review steht an. Mit mutigen Vermutungen und nicht ganz so eindrucksvollen, aber dafür vielleicht interessanten, Eindrücken aus den Journaleinträgen der letzten sechs Monate.

  1. Es ist möglich zu lernen, leichter in verschiedenen Bahnen zu denken und diese zu wechseln. So wird das Denken mal kreativer, mal effizienter, mal effektiver, was dann intelligenter wirkt. Meine Schule sind dabei u.a. anspruchsvolle Bücher, die einen zwingen, sich mit Begrifflichkeiten oder komplizierten Gedankenkonstrukten auseinanderzusetzen. Allerdings gibt es viele Wege, das Denken zu schulen. Vom Schulen des Denkens an sich würde ich dann noch unterscheiden, dass grundsätzlich Aufgaben, die dem Kopf immer neue, andersartige oder anspruchsvollere Aufgaben geben, als Training gesehen werden können.
  2. Fortschritt geschieht sprunghaft und individuell, nicht kontinuierlich oder einheitlich.
  3. Mit der Zeit nimmst du auch Fähigkeiten deiner Freunde an.
  4. Gedulde dich beim Schreiben und schreibe, um schöne, informative oder — wenn auch nur für dich — wertvolle Beiträge zu schreiben, nicht um etwas zu veröffentlichen.
  5. Konfrontation mit Schwächen festigt dich.
  6. Was du liest, was du lernst und womit du deine Zeit verbringst, formt dich und deine Gedanken. Oftmals beschäftigen dich neue Gedanken noch unbewusst, lange nachdem du aufgehört hast, dich bewusst mit ihnen auseinanderzusetzen, dich womöglich noch nicht einmal mehr daran erinnern kannst, welche Gedanken das waren. Das kann ein Grund für deine Stimmung sein.
  7. Geh nicht in den Jammer-Modus und wenn dann bleibe wenigstens immer weiter in Bewegung.
  8. Frag Freunde: “Ist dir sonst noch etwas wichtig, worüber du gerne reden möchtest?
  9. Flow erreicht durch moderate, kontrollierte aber konzentrierte Anstrengung mit klar definierten, aber relativ kurzen, Pausen.
  10. Wenn Reflexion das Unmittelbare tötet, wäre es dann der nächste Schritt Reflexion bei Zeiten auch abschalten zu können?
  11. Vielleicht hilft da ein Glas Wein mit einem guten Gesprächspartner.
  12. Manchmal sind die Gedanken während des Lesens das Wertvollste am Lesen. (Wieder ein Argument für das Langsamlesen: Gedanken haben genügend, aber teils geführten, Freiraum.)
  13. Auch das Weglaufwollen-Gefühl ist wohl einfach Teil der Gefühlspalette des Lebens. Die sollte man grundsätzlich mal wertschätzen. Armes Ding.
  14. Auch bei Gefühlen gilt: Die Dosis macht das Gift.
  15. Zugeben zu können, Zuneigung zu brauchen, ist gut.
  16. Tiefe Kniebeugen!
  17. Bewusst darauf achten, nicht schlecht über Bekannte oder Unbekannte zu sprechen. Jedes Mal, wenn man versucht ist, das zu tun, und sich eines besseren besinnt, kann man stolz auf sich sein.
  18. Auch wenn das Dehnen schmerzhaft ist, schützt es doch vor langfristigen Verletzungen und gibt Freiraum, sich zu entwickeln.
    Emotionale Dehnübungen zulassen.
  19. ? “Nein, meine lieben Ratsfreunde, ich denke nicht, dass dies notwendig ist.” ?
  20. Qualität von Büchern, die man liest, wichtiger als Quantität. Lieber ausgereifte als brandneue Gedanken.
  21. Nicht aus Bequemlichkeit zu alten, gescheiterten Liebesversuchen zurückkehren. Warum hat es nicht geklappt? Hat sich daran etwas geändert?
  22. Manchmal scheint es so, als wären Gefühle und Stimmungen auch nur ein Text, der raus muss. Außerdem: Man kann auch aus positiven Emotionen “Kreatives” schaffen.
  23. Wenn man bereit ist, alles für einen Menschen zu tun, dann vielleicht auch, den Lebensstil ein wenig zu ändern.
  24. Das Denken, dass Produktivität aufgewandter Zeit entspricht, kommt aus Zeiten der Akkordarbeit. Je weiter wir uns im Arbeitsergebnis von einer Stückzahl möglichst identischer Teile entfernen, desto weniger adäquat sind Stunden als Messinstrument.
  25. Erwarte nicht, dass jeder Tag super wird, sondern versuche, ihn gut zu machen und freue dich, falls es so kommt.
  26. Einfach mal umsehen, warum die Menschen was tragen. (Kleidung)
  27. Zu Pausen (dabei auch gedanklichen Verlassen der Tätigkeit) zwingen, um dann wieder konzentriert anfangen zu können.
  28. Ausnahmen bestätigen die Regel, bedeutet auch, dass die Ausnahme für die Bedeutung der Regel zwingend notwendig ist.

Marco (auf Facebook)
Mail
Wenn ihr mich unterstützen wollt, dann könnt ihr das gerne hier machen.

*Wie die Inhaltsangabe des kleinen Prinzen bei Wikipedia.