In den Beiträgen, die Didi Burnault mit “Leistungsgedanken” betitelt hat, gehen Didi und ich abwechselnd auf das Leistungsdenken in der Gesellschaft ein. Didi schreibt auf seinem Blog viel zum Thema Burnout und ich hatte da mal ein paar Fragen an ihn. So ist der Dialog entstanden. Den ersten Teil findet ihr hier.

Hey Didi,
jetzt hat es bei mir auch mal etwas länger gedauert. Scusi. Viel zu tun mit Studium und mir war es auch grad wichtig, mir die Zeit zu nehmen, einerseits zu lesen und andererseits – so doof sich das anhört – mir Gedanken zu machen.

Erstmal dazu, dass es jetzt kontrovers wird: Ich bin da zwiegespalten. Einerseits kann ich deine Harmoniebedürftigkeit nachvollziehen. Ich mag das Gefühl auch, mit einer Person voll auf einer Ebene zu sein und die Position des anderen zu verstehen. Andererseits schätze ich es auch, mit Menschen (insbesondere mit Freunden) unterschiedlicher Meinung zu sein, um sich dann kontrovers über das Thema unterhalten zu können. Das sind dann oft Gespräche, die mich weiterbringen. Insbesondere in den Gedankenprozessen im Nachgang des Gesprächs. Für mich festigt das dann auch die Freundschaft, wenn jeder sich bewusst ist, dass diese nicht davon abhängt, einer Meinung zu sein. Deswegen will ich dir natürlich nicht unterstellen, dass du das damit sagst, wollte nur auch die positive Seite der Meinungsverschiedenheiten unterstreichen.

Zum Thema: Philosophie. Ich muss gestehen, dass es mich überhaupt nicht stört, wenn es jetzt philosophisch wird… aber vermutlich hast du Recht: Das ist nicht die Richtung, in der wir mit dieser Serie wollen.

Der dritte Punkt, den ich mir notiert hatte: Wenn du sagst, dass du deinen Freunden gerne genauso ungefiltert deine Gefühlsausbrüche zeigen willst, dann – aber vermutlich würdest du das ohnehin tun – würde ich sie an deiner Stelle vorwarnen. Je nach Situation könnte es manchmal die Freundschaft stärken, manchmal aber auch echt befremdlich auf mich wirken, wenn man persönlich die Gefühlsausbrüche nicht nachvollziehen kann oder wenn man denkt, dass gewisse Verhaltensweisen unverhältnismäßig sind. Ich denke, dass der Schlüssel – wie so oft – in guter Kommunikation liegt.

Zu guter Letzt will ich noch sagen, dass ich es sympathisch finde, dass du selbst schreibst „ich darf losheulen, wenn ich müsste“, weil du mir damit zeigst, dass du eben weißt, dass du tendenziell sensibler bist als der Durchschnitt und dir der Wirkung, die das auf andere haben kann, bewusst bist. Dieser Ausdruck wäre vielleicht auch ein geeignete Art „vorzuwarnen“.

Obwohl ich da aufgrund von ein paar älteren deiner Artikel, kein ganz unbeschriebenes Blatt mehr bin, bin ich jetzt auf deine Antwort zur Frage: „Brenne ich nicht aus, wenn ich nur das tue, was ich liebe?“ gespannt.

Marco

Hier noch der Link zu: 
allen Artikeln der Serie

Der Link zu “Leistungsgedanken VIII