Optimieren wir mal den Rausch

Tough Mudder 2016

Wie erreichst du “deinen” Rauschzustand?
Check das mal. Oft definieren wir uns über die Methode. Auch deswegen ist das Thema relevant. Definierst du dich darüber?


Wozu eigentlich Rausch?

Fühlt sich gut → wird gemacht?

Wie sich der treue Leser denken wird, reicht mir das nicht.
Für die anderen: Das reicht mir nicht.—Traurig, ich weiß.

Besser: Bei Zeiten kommen uns in diesem nebelhaften Zustand Geistesblitze — wie Darkwing Duck in LTBs.

Danke: Zulu Bunsen für das Bild; Harry Quintana für deine Musik.

So beginnen viele der Artikel als Iphone-Reminder zwischen zwei Sprints oder Sätzen im Gym. Kreative Lösungsansätze für Probleme, über denen man zuvor tagelang brütete, blitzen auf, wenn man nicht (immer nur) denkt, sondern Gedanken (auch mal) kommen lässt. Wenn der Kopf aussetzt, dann — nach ein paar (Milli-)Sekunden des Weggetreten-Seins — wieder zu sich kommt: “Wooaaaaah”-Gefühl und auf einmal ist da Neues.

Bedingung ist, sich zuvor intensiv ( → am besten emotional beladen) mit einem Problem auseinanderzusetzen.
Dann ist der Rausch eine Möglichkeit, Distanz zum Problem zu gewinnen und so dem Kopf, die Möglichkeit zu geben, eine neue Perspektive zu sehen. Es poppt ein Satz mit mehr Bedeutung als seine reine Sachbotschaft auf. Ein Knoten im Taschentuch, der dich an etwas Größeres erinnert.

Insbesondere bei emotionalen, aber nicht im selben Maße bewussten Themen — du fühlst dich schlecht, weißt aber nicht so wirklich, warum — wird dir erst später deutlich, was der Auslöser gewesen sein könnte. Im klaren Zustand mit dem Knoten auseinandersetzen:

Wie bin ich drauf gekommen? Was hat mich wohl unterbewusst beschäftigt? Auf welche Situation sollte ich das anwenden?

Daher: Egal ob im Rausch, nüchtern oder ernüchtert. Egal ob auf eine Starbucksserviette, in dein Handy oder auf die Hand. Aufschreiben.

Nachdem ein legitimer Grund — Geistesblitze — gefunden wurde, drängt sich die nächste Frage auf:

Welcher Rausch?

Aus bekannten Gründen, werden genetische Dispositionen außen vor gelassen. Was bringt es dir, zu glauben: “Ich bin einfach jemand, der eher Drogen nimmt, als zu meditieren.” Stattdessen:

Was ist die zielführendste Art einen Rauschzustand herbeizuführen?

Einige Möglichkeiten:
Sex, Alkohol, Kreuzheben, Bungee-Jumping, Laufen, Meditation, andere Drogen, Liebe, Sprints, Floating-Tanks, Verliebtheit, Kniebeugen, Ziele erreichen, Schreiben, Tanzen, Achterbahnfahren, Verbundenheit, Traummaschine, Musikhören, Fahrradfahren, …

Der rauschhafte Zustand kann auf unterschiedliche Weisen erreicht werden. Man könnte Kreuzheben, Laufen, Sprints, Kniebeugen, Tanzen und Fahrradfahren als Sport zusammenfassen. Anzumerken wäre, dass es einen großen Unterschied zwischen einem “Runners High” beim Ausdauersport und dem — wie ich es nennen würde — “Beastmode” bei Sprints oder teils beim Kreuzheben etc. gibt.
(Sport ist halt meine Domäne. Andere würden vermutlich erklären, dass es einen sehr großen Unterschied zwischen einem Alkoholrausch, einem Cannabishigh und einem LSD-Trip gibt. Weniger meine Sphären.)


Innere Stimme:
Vermutlich hat jeder Rausch seine spezifischen Vor- und Nachteile. Der eine Rausch hat mehr Vor- und weniger Nachteile, aber alle haben ihre Stärken und Schwächen. Abwägen. Pareto und so.

Marco:
Nun gut,…aber Sport ist doch wohl eindeutig besser als Alkohol…

Innere Stimme:
Davon bist du überzeugt, aber von allem gibt es ein Zu-Viel und wohl auch ein Zu-Wenig… Lässt sich halt schwer mit Scheuklappen-Weltbildern vereinbaren.

MARCO setzt NOICE-CANCELLING-KOPFHÖRER gegen INNERE STIMME ein:

♫ “These clubs, these parties — all this sh*t, ain`t going no-where!” 

INNERE STIMME setzt FACE PALM  ein.

INNERE STIMME ist geflohen!


Fazit

Im Nachhinein #LebenVorwärtsLebenUndRückwärtsVerstehenUndSo bilde ich mir ein, mich gefragt zu haben, was der zielführendste Rausch ist. Beim Sport meine ich, einige intensivere Arten eines Rauschzustandes herbeiführen zu können. Andere Arten beim Schreiben, beim Musikhören, beim Meditieren. Meiner Ansicht nach stehen hier tolerierbare Nachteile, den Vorteilen regelmäßiger Räusche gegenüber.

Dennoch hat wohl auch jede Möglichkeit, ihre spezifischen Vor- und Nachteile. Mit Drogen lässt sich ein Rauschzustand zuverlässiger erreichen als beim Sport. Unterschiedliche Euphorien gehen auf unterschiedliche Endorphine zurück. Andersartigkeit der zugrunde liegenden Emotionen wird eine anders geartete Erkenntnis zur Folge haben. — Beim Kreuzheben neige ich zu radikaleren “Erkenntnissen” als beim Fahrradfahren. — usw.

Zum Schluss:

(Wie) willst du in Zukunft regelmäßig deinen Rauschzustand erreichen, um Distanz zu deinen Problemen zu gewinnen und das gute Gefühl genießen zu können?

Hattest du dich mit “deinem” Rausch definiert?

Stellt der Artikel eine Möglichkeit für dich dar, dein Verhalten zu hinterfragen?