Foto von Liv Bruce auf Unsplash

 

Kühl, regnerisch und windig.

Er irgendwie frech, will sich gegen das Wetter auflehnen.

Du irgendwie niedergeschlagen, willst raus aus deiner Welt. In dunklen Stunden, Düsternis festhalten, um wegzukommen. Du hast es nie leicht gehabt. Dazu kommt die Angst, dass du es dir selbst noch schwerer machst. Dein Vater ist — wie so viele Männer… einer anderen Zeit —nie da gewesen. Du verstehst ihn. Kennst das Gefühl. Dich ruft sie auch, die andere Welt. Für dich gibt es nichts zu verzeihen. — “Echt jetzt.” —

Dann steht er vor dir. Eine andere Welt. Gute Laune, düster verpackt. Ein junger Mann, der dir später sagen wird, dass er die Sonne liebt. Du lernst ihn kennen: strahlend… bei Regen, wie er sich über den Übermut der Elemente amüsiert, ihn reizen zu wollen und verstehst nicht, was er an dir findet. Er, der Welten errichten kann und das auch weiß. An dir, aus einer Welt, die nie können wird und damit lebt. Dir, die doch nur immer wieder neue Wege findet, Welten zu entfliehen. Du bist hierher gekommen, um genau das zu tun. Er, weil es ihn trieb. Aber du bist doch die, die ihren Trieben folgt?

Dann: Ein Gruß, weil er dein Fliehen in eine andere Welt braucht. Ihn die Einsamkeitsfähigkeit fasziniert, die er liebt und versteht. Er dreht sich um und läuft dir hinterher. Du denkst, du hattest Glück und hast nichts dafür getan. Du hast doch nur gehofft, dich verstohlen umgesehen, doch nur nicht anders gekonnt als hinzusehen. Verstehst deswegen lange nicht, dass du kannst, was sonst keine konnte: mit ihm in seine Welten gehen. Denn was nützt die schönste Welt, wenn niemand sie bewundern kann. Du kannst bewundern. Nicht nur ihn und seine Welt, sondern auch das Errichten. Du kannst bewundern, was andere nicht einmal sehen können. Öffnest ihm mit deinem Staunen die Augen für seine Werke. Deswegen braucht er dich als seine Muse. Dich, die du ihm doch nur eine Muse, nicht die eine Muse sein willst und obwohl du noch immer bewunderst, das nicht siehst.

In deiner Welt hast du nie Glück. Du hast Angst, dass dein Unglück dann auch ihm zustoßen wird. Es abfärbt. Aber dann nimmt er dich mit in eine andere Welt:
In eine Welt, die er sich gerade im Begriff ist, zu errichten.
In eine Welt, in der fehlende Väter, denen es ohnehin nichts zu verzeihen gibt, verziehen wurde.
In eine Welt, in der Menschen Menschen nicht verletzen, sondern Gutes tun.
In eine Welt, in der man trotzdem nicht “Solon! Solon! Solon!” rufen muss, weil ihr Ursprung nicht im unwahrscheinlichen Glücksfall, sondern im Füreinander da sein liegt.
In eine Welt, in der man alles daran setzt, sich zu zeigen, dass Probleme nur Herausforderungen sind.


Foto von Elaine Li auf Unsplash

 

So schreiten die beiden zunächst noch auf ausgetretenen Pfaden, entlang der Grenze einer Welt und beginnen, sich aus sicherer Distanz, ein Bild von einer anderen Welt zu machen. Tasten dabei nicht nur diese Welt, sondern auch sich gegenseitig ab. “Stört dich das?” “Eigentlich ja. Warum tust du das?” “Ich will doch eigentlich gar nicht — ” “Dann tu es nicht.” Noch in alten Welten gab es Signale, dass es hart umkämpfte Grenzen und Ängste zu überschreiten gälte. Für beide Seiten. Auf diesem ersten Pfad hoch in eine andere Welt mehrten sich die Hinweise. Doch irgendwann kündigen erste Töne das Tor in die andere Welt an. Sie wissen es nicht, gelangen aber in eine neue Welt.


Gewappnet mit Einsamkeitsfähigkeit, auf der Suche nach Zweisamkeit, treffen sie am Gipfel des Berges auf Gesellschaft, Musik und Gemeinsamkeit. Lautenspieler und Minnesänger. Man hätte ihn mit der Vorstellung von laienhafter musikalischer Untermalung eines Zusammenkommens nirgends hinbewegen können. Aber dann: Haben beide es genossen. Er konnte sie bewundern, wie sie bewundert. Sie hat Angst gehabt, dass ihr Unglück sein Glück beflecken werden würde, doch aus seinem und ihrem Unglück war zum ersten Mal gemeinsames Glück geworden.

Sie schaut ihn ungläubig, leicht verwirrt an. “Das kann doch nicht sein. Sowas passiert mir nicht…” Er antwortet mit einem Augenzwinkern: “Musst du wohl mehr mit mir machen.” Die beiden sehen sich gerade so lange in die Augen, wie es braucht, um die Augenfarbe eines Menschen in Erinnerung zu behalten.

Noch immer auf ausgetretenen Pfaden, fühlt sich der Weg jetzt anders an. Verbundener. Man lässt den Weg jetzt eigene Wege gehen und alles wirkt noch recht profan, aber schon weniger schwer.

Nach Spalier stehende Sträuchern wird der Spielplatz zum perfekten Ort für neue Augenblicke. —

Das Spiel nimmt seinen Lauf: Ein Mann tritt auf.

Er sieht die Kamera zwischen den beiden liegen.

Darf ich ein Bild von euch machen?” — “Was von uns? Haha… Warum?” — “Weil…wie ihr da sitzt…

Vorsichtig legt der Mann das Kameraband um seinen Hals, geht ein paar Meter zurück und fotografiert die beiden, wie sie da sitzen…

 

Mit einem Grinsen auf den Lippen überreicht er ihr die Kamera, nimmt seinen Sohn an der Hand und tritt ab.

Sie schweigen eine Weile, schauen sich an. … Irgendwann sagt sie: “Warum hat der das jetzt gemacht?” “Hab den engagiert…” “Laber nicht.” “Ok — Nicht ganz.” …

Dann neigt sich das erste Treffen in neuen Welten dem Ende entgegen. Aber bevor er sie zurück in ihre Welt entlässt, kann er einfach nicht anders. Muss den Gedanken loswerden: “Wir sind uns irgendwann, als wir beide einfach nur alleine sein wollten, über den Weg gelaufen. Kurz angelächelt, Nummern ausgetauscht. Bei unserem ersten Treffen haben wir dann zufällig den Dreh eines Musikvideos mitbekommen… unser privates, kleines gratis Konzert. Sind dann über die idyllischsten Pfade, die man in einer Stadt finden kann, gewandert und dann fragt uns ein wildfremder Mann, ob er nicht Fotos von uns machen darf, weil… — …wir zusammen so gut aussehen. Das ist —. … Auch wenn es unser erstes Treffen ist: Ich kann dich jetzt einfach nicht nicht küssen.” Ein Kuss.


Bald berichtet sie ihm von schrecklichen Zeiten.
Das hat sie noch niemanden erzählt. Warum dann ihm… nach vier Treffen? Das ist ihr unheimlich… lieber wieder zurück in vertrautere Welten.

Er will sich immer kontrollieren. Warum dann nicht bei ihr… nach vier Treffen? Das ist ihm unheimlich… lieber wieder zurück in vertrautere Welten.


[…] “Siehst du mein Unglück färbt ab.” Bestätigung. “Ich hatte das doch schon vor dir, ist doch nur ein kleiner Eingriff. Mach dir um mich keine Sorgen. Um mich brauchst du dir niemals Sorgen machen. Wirklich: Nie.” […]

Er will nicht, dass sie das denkt. Er will nicht, dass sie so etwas von sich glaubt. Er will, dass sie sich zumindest erlaubt, glücklich zu sein. Wenn sie glaubt, dass es abfärbt, dann wird es das auch. Er will sie. Aber nicht so. Das kann so doch nichts werden. Wenn er sie so nicht will, wie dann? Oder: dann nicht? Wenn sie nichts ändern will, wird er nichts für sie ändern können. Wenn sie nicht fliehen will, dann nicht. Dann nicht.

Sie findet das alles so anders. Kennt das nicht von einem Typen und weiß nicht, was sie damit anfangen soll. Sie meint, dass er sie nicht kennt. Er kennt ihre Geschichte doch nicht und weiß nicht, was alles passiert ist… Dann der Autounfall ihrer Mutter. … Bestätigung. Wieder Bestätigung: Sie zieht das an. Sie ist einfach so. Er ist anders. Sie sind aus unterschiedlichen Welten. Dann nicht.

Sie sind sich einig: Dann nicht. Außerdem alles unvertraut, alles so anders.


Zeit verstreicht, ein Jahr, dann ein Versuch. Doch nicht.

Zeit verstreicht. Er ist unterwegs, spaziert nicht, flaniert auch nicht umher, sondern geht. Geht an Orte, die sie nicht kennt, um sie zu treffen. Idiotisch. Trotzdem ist er auf dem Weg, weil es ihr dort gefallen würde. Die Musik mal lauter, mal leiser. Die Kapuze mal höher, mal tiefer. Er trifft sie nicht. Sieht sich um, an der Stelle, die nicht zu ihm passt. Er mag sie trotzdem, trifft sie nicht. Geht weg und kehrt noch einmal um, will noch einmal eine Chance geben. Geht rückwärts weg von der Stelle mit ihrer düsteren, künstlichen und so herrlich stimmigen Schönheit, um sie vielleicht doch noch zu sehen. So schön schicksalhaft zufällig.

Er wendet sich ab von ihrem Ort, den sie nicht kennt, und trifft sie nicht.

Findet auch keinen Umschlag am Boden.
Nicht den Umschlag, verschlossen mit rotem Wachssiegel, das den Geruch alter Bibliotheken in ihm hält.
Nicht den Brief auf vergilbten Papier, verfasst in einem alten Sessel, bei dessen Lesen man glaubt, vom leisen Kratzton des Füllfederhalters begleitet zu werden.
Nicht den Brief, geschrieben mit der beruhigenden Endgültigkeit schwarzer Tinte.
Nicht den Brief, in seiner eigenen Schrift.
Nicht den Brief, von seinem älteren Ich, obwohl es doch wieder so schön magisch wäre. So schön magisch. Magisch. …

Er setzt sich hin und schreibt. Schreibt einen Brief an sein älteres Ich.

Кristофео,

ich habe Angst. Angst, dass du eigenbrötlerisch alleine dasitzt in deinem Häusschen, weil du erfolgreich Unikat geworden bist. Du aufgibst und sagst: ‘Ich bin ein Mensch, der beständig sucht, aber nicht findet. Ein Mensch, der nicht in der Lage ist, sich auf andere einzulassen. Ein Mensch, der alleine bleibt, weil er besonderes sein will.Ein Mensch, der halt so ist.’ Verbitterst. Du merkst, dass alles umsonst war, sie doch recht hatten. Und dann ist es vorbei.

Dann wäre ich enttäuscht von dir. Dann wäre ich enttäuscht von mir. Dann wäre ich enttäuscht von uns.

Wenn ich dich frage, wieso es bei ihr anders sein konnte, sagst du mir, dass das die falsche Frage ist. Sagst, es wäre als bemäße man das Leben eines Menschen nach dessen ersten Stunden auf Erden. Die Magie der ersten Stunden — so schön sie sein kann— sei weltlicher als es sich anfühlt. Der Wert von Zweisamkeit läge nicht in der Rarität gemeinsamer Magien, sondern im Erforschen dieser Magie über die Zeit.

Aber dazu muss die Magie doch da sein? Warum ist sie es dann so selten? Wieso fällt es mir dann so schwer, es zuzulassen? Gerade, wenn es magisch wird?

Du sagst, dass ich verstehen werde, dass es nicht darum gehe, wie individuell ein Zusammenkommen; wie unwahrscheinlich eine Liebe ist, sondern um die Individualität des Zusammenseins. Das ist, was es besonders macht. Diese erste Magie ist nicht einzigartig. Was man daraus macht, kann es sein. Wird es sein.

Ich denke: ‘aber…’ und verstumme. — Verstumme, weil ich weiß, dass es so etwas wie sie nicht häufig gibt, dass sie besonders ist. Atemberaubend ist. Du sagst — und ich weiß es ja eigentlich auch — , dass es trotzdem noch andere da draußen gibt wie sie. Weiß, dass es das schon vor ihr gab, dass es das schon vor mir gab, dass es das wieder nach mir geben wird. Ich mir keine Gedanken machen sollte, weil es das nach ihr wieder geben wird. Egal wie ernüchternd das ist. Dann frage ich mich: ‘Ist diese Nüchternheit der Grund, wieso es nie klappt?’ Ich sage mir: ‘Ich idealisiere.’ Das Wissen hilft dabei, wieder Kontrolle zu bekommen. Es hilft beim Abstrahieren. Beim mich aus der konkreten Situation rausnehmen.

Ich denke mir dann: ‘Keine Angst, es wird wieder geschehen.’ Dann wird der Einzelfall leichter zu ertragen, aber es hievt mir das Gewicht aller früheren Unmöglichkeiten auf die Schultern. Viel tiefgreifendere Zweifel umschließen meine Brust wie eine Schraubzwinge. Sie zieht sich immer fester zusammen. Mein Atem stockt. Was wenn wir es dann wieder verbocken?

Trotzdem klammern sich die Zweifel wieder an eine Möglichkeit. Klammern sich an eine Welt, die es zu schaffen gilt. Eine Welt, in der niemand ‘halt so ist’, ich nicht ‘halt so bin’. Nicht inkompatibel bin.

Du sagst mir, ich brauch keine Angst haben: Die Zweifel werden Mittel zur Erkenntnis sein, weil ich weiß, wie ich sein will. Du sagst mir, dass es ein Zurückblicken auf neu geschaffene Welten geben kann. Dass es da draußen ein euch gibt, das durch eure Liebe zueinander dem Schaffen eine klangvollere Note verleihen konnte. Es gibt eine Welt, in der es nach Holz und alten Bibliotheken riecht. Eine Welt, in der du einen Brief an mich schreibst, in dem du mir berichtest, wie das möglich war. Sagst, dass der Brief nicht ankommen muss, weil ich weiß, wie ich sein will. Wie es sein kann und das ist genug. Ich bin genug.


Foto von Billy Onjea auf Unsplash

 

Dann kommen wieder magische Treffen. Hinterfragte Eigenarten, schicksalhafte Geschehnisse und überwundene Kontrollzwänge. Viel Verständnis, verletzliche Gespräche und ein wenig Glück. Magisches geschieht, Liebende finden sich. Eine, die bewundert, was keine sehen kann, einer, der Welten errichten kann. Zwei wandern gemeinsam auf ihren Pfaden und schaffen neue Welten. Leben bereits einige Jahre zusammen. Leben ein Leben, das sie abends manchmal sentimental werden lässt und dann lachen sie über sich. Wo soll das denn noch hinführen, wenn sie jetzt schon sentimental werden?


Es ist Ende Mai. Ein Holzhaus in der Ferne, etwa hundert Schritte zum Waldrand. Vor ihm auf einer Bank, unterhalb eines Fensters, sitzt eine Frau und liest. Davor: ein großer Hund. Dahinter: Einige Bäume, ein weiter Garten und einige Hochbeete hinter dem Haus. Zu ihm führt durch einen Wald ein breiter Weg aus alabasterfarbenen Steinen und am Horizont nähern sich ein paar Dutzend Menschen. Sie scheinen sich zu unterhalten. Mal gehen zwei nebeneinander her, mal diskutieren vier oder mehr miteinander. Mancher nachdenklich, schreibt von Zeit zu Zeit etwas auf. Viele fröhlich, alle friedfertig, wandern sie vor sich hin. Nach einem längeren Marsch, kommen sie schließlich an.

Die Frau steht auf und lächelt. “Was wird denn das für ein Überfall, Janoж? Wo wollt ihr denn hin?” Ein athletisch gebauter Mitfünfziger mit buschigen Augenbrauen und gestutztem schwarzem Vollbart tritt auf. Ein Lächeln umspielt seine Lippen und lässt die Falten an den Augen ein wenig stärker hervortreten. Wie so oft, liegt ihm auch jetzt ein kindlicher Schalk im Blick. Er antwortet, “Zu euch.”, und fügt hinzu: “Sonst gibt es hier draußen ja nicht viel zu holen.” Die Frau lacht. Janoж fährt fort: “Wir sehen euch beide nur alle paar Tage, manchmal ein paar Wochen nicht. Die meiste Zeit seid ihr weg: hier draußen. Mal lässt sich der eine von euch blicken, mal der andere… Und, dass wir alle zusammen in einer Runde sitzen… das ist dann schon wirklich eine Seltenheit. Also haben wir gedacht, wir packen mal alle ein und machen eine kleine Wanderung zu euch. Stehlen euch ein paar Stunden eurer Zeit und sind dann auch wieder weg. Eigentlich wollten wir nur sichergehen, dass ihr wirklich nicht den ganzen Tag auf der faulen Haut liegt.”

Janoж lacht kurz und wird dann ernster, aber der Schalk in seinen Augen glitzert in Vorfreude stärker auf. Er fährt fort: “Irgendwas verbindet uns alle und wenn man sich mit den einzelnen Leuten unterhält, dann wird ein verbindendes Element deutlich: Ihr beide, Sðelija. Кristофео und du.” Er macht eine kurze Pause.

Wo ist er denn? Was treibt er schon wieder?” Sðelija antwortet: Er…— aber das soll er euch lieber selbst erklären. Er sitzt an seinem Schreibtisch.

Sðelija öffnet die Tür und klopft innen an die Hauswand. Von drinnen kommt ein leicht mürrisches Brummen: “Hmm?” “Mister, Ihnen wird die Möglichkeit eröffnet, flexibel auf eine unvorhergesehene Situation zu reagieren und ein wenig spontane Ablenkung zu genießen, um morgen oder sogar schon heute Abend noch kreativer zu sein.” Der Mann schmunzelt in sich hinein… “Gleich. … Jetzt. Was gibt es?” Er dreht sich um, sieht Janoж hinter seiner Frau in der Tür stehen und springt auf. “Janoж!” Кristофео wirft Sðelija einen wissenden, dankbaren Blick zu. Geht auf Janoж zu. Sieht nochmal seine Frau an. Sieht seine wunderschöne Frau an. Reißt den Blick doch wieder los und Janoж grüßt ihn:

Na, alter Zweinzelgänger?” …


Zum Abschied wendet sich Janoж nochmal an seinen Freund. Er holt einen Umschlag aus seinem Rucksack im dunklen Olivton und überreicht ihn: “Das ist jetzt von uns allen: Danke, dass es euch gibt. Danke, dass ihr das alles möglich gemacht habt.” Кristофео lächelt Sðelija an und antwortet: “Vor allem habt ihr es euch ermöglicht und ermöglicht uns das. Was soll das sein?” “Ein Dankeschön von uns allen für euch.” Öffne es, wenn wir weg sind.


Abends sitzen die beiden noch gemeinsam mit ein paar Kissen im Rücken an die Wand gelehnt auf dem Boden ihres Häuschens. Neben ihnen viele Bücher und ein alter Sessel. Sie an seine linke Schulter gelehnt. Er fährt mit seiner Hand an ihrem Ohr entlang, dann durch das Haar. Er ist manchmal gedankenverloren, dann wieder ganz bei der Sache. Genießt, wie ihre Haare seine Finger durchfließen. Sie schweigen ein Weile. Sind beide alleine in ihrem Kopf, hängen eigenen Gedanken nach. Sind doch vereint. Dann sagt er: “Das ist — … habe ich dir eigentlich einmal erzählt, dass ich mir das mal genau so ausgemalt habe? Genau den Tag heute.” “Das würde ich jetzt auch behaupten.” “Wirklich. Genau so… Und weißt du, wie es weiterging?” Er sieht sie an, schmunzelt. Greift er ein wenig fester in ihr Haar. Sðelija spiegelt sein Grinsen. “Nein, wie?” Er löst den Griff, fährt diesmal mit ein wenig mehr Druck auf den Fingerkuppen an ihrem Ohr hinab, über das Kinn, ihren Hals entlang. Sie spürt, wie seine linke Hand ihre linke Schulter berührt. Dann wie ihr Körper an der Schulter nach unten gezogen wird. Sein Arm hinter ihrem Hals hindurchgleitet. Und im nächsten Moment landet seine linke Hand auf ihrem rechten Schlüsselbein. Er sitzt über ihr und sie ist auf den Teppich gedrückt. Sie spürt sein Gewicht auf ihr. “Sehr originell, mein Lieber. Das hättest du auch leichter haben können.” “Ich weiß. Ich wollte es aber genau so.”“Ich weiß.” Ein Kuss. …