Foto von Jiawei Chen auf Unsplash

 

Spürst du nicht die Dringlichkeit,
die zeigt, unser Kopf ist jetzt Bedarf,
sonst kommt das Ende einer Zeit,
nach töricht langem Schlaf?

Spürst du nicht die Leichtigkeit,
die Subversion brillanten Denkers?
Die eine uns befreit,
die andere verführt: zu mehr Verständnis.

Unterminiert steht er dann da,
der kleine Mensch — das arme Wesen,
schon bald läuft es Gefahr …
will nur weiter Leben lesen.

Hört die Verlockung jener Stimme,
die Abzweigungen bereithält,
die eine geht zum Himmel,
die and’re, bei der man weit fällt.

Ein Seiltanz höchster Eb’ne —
es ist kein Bild, sondern ein Akt.
Auf dass es einen dann erhebe —
sonst kommt das Beil, schon bald die Axt.


Aufgeriss’ne Augen, unterworf’ner Geist,
den Verstand herausgerissen,
dann spürst du, was es heißt —
das schmerzhaft tiefe Wissen.

Nackte Leiber, Feuerregen —
es nimmt dich ganz —
entkleidet und bleibt kleben —
Augen verleiht es Glanz.

Es schmilzt dich ein,
stiert neu zusammen,
mehr als nur Gebein — dein ganzes Sein:
es steht in Flammen.

Neu geformt, mit harten Schwielen;
man fühlt es noch: der Schmerz pulsiert.
Doch neue Instrumente zielen
auf das, was niemals friert.

Ein machtvolles Brüllen in der Ferne
erregt von der Verzweiflung jener Massen,
die Erweckung einer Zähre —
will verstehen — kann’s nicht lassen.


Spürst du nicht die Dringlichkeit,
das Leise laut unter all den Stummen.
Uns… uns bleibt nicht mehr viel Zeit.
Es darf uns nicht entkommen!