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Foto von Gemma Evans auf Unsplash (und von mir bearbeitet)

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Sie hat gelebt, sie hat gelernt. Schöner und schöner ist sie im vergangenen Jahr geworden. Sie hat gelebt, sie hat gelernt, sein Mädchen. Der gutaussehende Fremde zittert noch immer vor ihr, nur sie zittert nicht mehr vor ihm. 

Sie hat die Angst verloren. Da ist keine Unsicherheit mehr in ihrem Blick, nur noch Lust. Ja, sie wird gewonnen werden, aber sie wird mindestens ebenso viel gewinnen. 

Ihre Augen, die schon immer ihr verführerisches Funkeln hatten, hatten nun verführt. 

Ja, der zitternde Fremde hatte noch immer Angst vor ihr und, ja, heute war sie noch schöner als damals, aber nun wendet er sich ab, zieht leise davon und mit ihm ergraut auch ihre Geschichte: ‘Nein…, mein Mädchen, es war… nicht falsch… auf Wiedersehen, mein Mädchen.’ 

Die unmittelbare Trauer eines kleinen Kindes, das in die leidenden Augen eines Älteren blickt, überfällt ihn. 

Das kleine Kind verschwindet im nassen Grau.