Liebe Theresa, 

nein, was ich sagen will, ist nicht, dass ich deine Septa nicht mag, ich finde sie sogar ganz wunderbar, sehr attraktiv; was ich mich fragte, war lediglich, ob nicht vielleicht das zweite, das hintere einen Ticken zu viel ist. 

Immerhin sind sie beide gleich, reicht da nicht eines? Sie passen farblich auch gut zu dem Lilastich in den Haaren, das Schwarz, das Grau… ich fragte mich eben nur, ob das zweite… doch, wenn du jetzt so schüchtern dreinschaust, dich so freust, dass ich das Septum-Tragen an sich überhaupt gar nicht infrage stelle, ja ganz hervorragend finde, wo deine Eltern sie doch so schrecklich finden, weiß ich nicht, ob sie mir nicht sogar beide sehr gut gefallen. 

Ja, nein. Jetzt, wo ich noch einmal drüber nachdenke, wo ich dich genauer ansehe, würde ich sagen: Behalt’ sie doch lieber, auch zwei gefallen mir gut. 

Die beiden Septa, die vom häufigen Färben leicht mitgenommenen Haare, die leicht gerötete, auf deine neurotische Ader hinweisende Haut und trotzdem noch irgendwie Dorfkind geblieben, dörfliche Züge im Gesicht: das alles zusammen finde ich hübsch, sehr hübsch finde ich dich. Ja, wenn du in einer Reihe stehen würdest, eine von vielen, und ich müsste wählen, mein Blick würde auf dich fallen und, obwohl ich mir erst einmal gar nicht sicher gewesen wäre, wie ich dich jetzt eigentlich finde, noch nicht einmal gewusst hätte, dass ich wählen muss, würde ich die anderen gar nicht mehr ansehen. 

Die schöne Frau, mit den schwarzen, lockigen Haaren und dem feinen, intellektuellen Gesicht, die, mich anfangs so gutmütig betrachtend, noch gestern kopfschüttelnd weggegangen war, nachdem sie meine Gedanken gelesen hatte, an die würde ich gar nicht mehr weiter denken.